Zollkiesel statt Meilensteine
Digitaler Zettelkasten eines chronisch Neugierigen
Zollkiesel statt Meilensteine
Digitaler Zettelkasten eines chronisch Neugierigen
Anfang der 1990er Jahre suchte der Automobilkonzern Toyota eine neue Art von Datencode für die Produktion. Ziel war die Nutzung in der Logistik und zur schnellen Übermittlung von Produktions- und Teile-Informationen.
Die bisherigen “Strichcodes” waren für den Einsatz in der Automobilindustrie nicht robust genug und konnten nicht genug Daten speichern. Der Auftrag zur Entwicklung einer neuen Art von Code ging an DENSO Wave, eine Tochter des Zulieferers DENSO, die auch Identifikationssysteme und mobile Datenerfassunggeräte wie Barcode-Scanner entwickelt.
Das Projekt startete 1992 mit zuerst nur zwei Mitarbeitern, Masahiro Hara und Takayuki Nagaya. Später kamen noch Motoaki Watabe, Tadao Nojiri und Yuji Uchiyama dazu. Nach Aussage von Hara-San kam die Inspiration für die Form des QR-Codes vom Brettspiel Go. 1994 wurde erstmals ein Patent erteilt.
Das Ergebnis des Projekts war der QR-Code (das “QR” steht für “quick response”, also schnelle Antwort). Der Code besteht aus einer quadratischen Matrix aus schwarzen und weißen Quadraten, die die kodierten Daten binär darstellen.
Das erfolgreiche Endprodukt wurde 1994 vorgestellt und die Nutzung ohne Lizenzgebühren weltweit gestattet . Ein geschickter Schachzug des Unternehmen, das mit für den schnellen Erfolg außerhalb des Toyota-Konzerns verantwortlich war.
Nach dem großen und weltweiten Erfolg der QR-Codes gewannen Masahiro Hara, Takayuki Nagaya und das Team 2014 den Publikumspreis des Europäischen Erfinderpreises des Europäischen Patentamtes.
Das Unternehmen DENSO WAVE Inc. hält am QR-Code mehrere Patente und der Begriff “QR-Code” ist ein eingetragenes Warenzeichen von DENSO WAVE Inc. in mehreren Ländern. Daher sollte bei einer Publikation zu diesem Thema bzw. der Verwendung des Begriffs “QR-Code” auch ein entsprechender Hinweis erfolgen.
Innerhalb der letzten 30 Jahre haben sich QR-Codes überall auf der Welt verbreitet und sind die beliebteste Code-Form für die Interaktion zwischen der digitalen und der analogen Welt geworden.
Die Einsatzmöglichkeiten werden nur durch die Phantasie der Designer begrenzt. Durch die Möglichkeit, auch bei Verlust von bis zu 30% des Codes noch einen Scan-Erfolg zu gewährleisten, sind auch Outdoor-Einsätze oder ungewöhnliche Verwendungen kein Problem.
Von der Automobilproduktion über die Logistik und Wareninformation, von Marketing über Touristeninformationen oder als Mini-QR mit Patientendaten am Armband bis hin zur Verwendung in der Modebranche, der QR-Code ist das Zeichen des Wechsels ins 21. Jahrhundert geworden.
Sieht man sich QR-Codes an, dann fällt auf, dass bei allen Codes einige Elemente gleich sind, ganz gleich, ob es sich um gedruckte Codes, Grafiken oder sogar Tattoos handelt. Der QR-Code besteht aus einer quadratischen Matrix aus farbigen und weißen Quadraten, die die kodierten Daten binär darstellen. Eine spezielle Markierung in drei der vier Ecken des Quadrats gibt die Orientierung vor. Manche Codes enthalten auch noch ein oder mehrere kleine Quadrate, die der Erkennung von Verzerrungen dienen. Wer genauer hinsieht, erkannt, dass zwischen den großen Quadraten immer eine Linie verläuft, die abwechselnd hell und dunkel ist. Diese dient dem Timing, damit ein Leser erkennt, wie lange das Passieren eines Datenpunktes dauert.
Module (modules) werden die Datenpunkte/Datenblöcke genannt. Pixel wäre irreführend, da ein Modul aus mehreren Pixels besteht, wenn der Code größer ist. Daher wird ein Datenpunkt als Modul bezeichnet.
Sie zeigen an, in welcher Richtung der Code gedruckt ist (um ihn bei Bedarf drehen zu können). Wir werden gleich noch sehen, dass diese Ausrichtung wichtig ist.
Je größer der QR-Code ist, um so mehr dieser kleinen Quadrate sind enthalten, um die Prüfung der Ausrichtung des Codes zu erleichtern.
Die abwechselnd schwarz-weißen Module dienen dem Barcode-Leser dazu, die Größe der Matrix festzustellen und somit auch die Größe eines „Modules“ (eines Datenpunktes). Diese Elemente tragen keine Daten und werden beim Auslesen des Codes nicht benötigt. Sie sind allerdings unerläßlich, um den Code sauber lesen zu können. Oder aber, um festzustellen, ob der Code zu verzerrt ist, so dass ein Lesen nicht möglich ist.
Zusätzlich existieren noch zwei Formatfelder. Dabei handelt es sich um zwei identische Kopien mit je 15 Bits. Einmal um den linken, oberen Positionsmarker herum und einmal rechts neben dem unteren Positionsmarker (Bits 0 bis 6) und unter dem rechten Positionsmarker (Bits 7 bis 14). Diese Felder enthalten Informationen über Fehlertoleranz und die Datenmaske.
Das ist der etwas einsam liegende Punkt rechts vom unteren großen Quadrat direkt oberhalb der Formatinformation. Dieses Modul dient als Anker oder Koordinatenbezug für Scanner- und Decoder-Algorithmen und liefert dem Leser ein Referenzmuster für den “dunklen” Farbwert (QR-Codes müssen nicht schwarz/weiss sein) und hilft so bei der Kontrastkalibrierung. Das dark Module ändert seine Position nie, unabhängig von der codierten Nutzlast oder der Versionsgröße.
Zusätzlich benötigt ein QR-Code noch eine „Ruhezone“ um den Code, damit dieser vom Hintergrund getrennt werden kann. Diese muss so breit sein wie vier Datenpunkte.
Damit bleibt als Datenbereich der Bereich übrig, der in der folgenden Abbildung blau hinterlegt ist. In diesem Datenbereich werden die Zeichen abgelegt, die im QR-Code enthalten sind. Der grau markierte Rest ist also „Verwaltung & Infrastruktur“ und trägt keine Daten.
Zwei QR-Codes mit der exakt gleichen Nutzlast müssen nicht notwendigerweise auch exakt gleich aussehen. Das sollte zwar der Regelfall sein, aber bedingt durch die Implementierung oder aufgrund einer bewussten Entscheidung bei der Code-Erstellung kann das vorkommen. Die folgende Abbildung zeigt zwei QR-Codes, die nicht identisch sind. Werden diese gescannt, enthalten beide die gleiche Nutzlast, eine vcf-Datei (digitale Visitenkarte).
Zu Beginn wurde für das Lesen von QR-Codes noch ein spezielles Lesegerät bzw. eine spezielle Software benötigt, die beispielsweise bei Smartphones als App installiert werden musste. Als Apple 2017 mit iOS 11 und Google einige Jahre später mit (ab Android 9 für Google Pixels, ab Android 13 für alle Androiden) nachzog, wurde das Scannen eines QR-Codes so einfach wie ein Schnappschuss: Draufhalten, Foto machen, Inhalt des QR-Codes verarbeiten (z.B. eine Website öffnen).
Da die Nutzlast eines QR-Codes nur eine Zeichenkette ist, kommt es allein auf die Konvention bzw. den Standard an, wie eine bestimmte Syntax dieser Zeichenkette verarbeitet wird. Heute dienen QR-Codes zum Weitergeben von WLAN-Zugangsdaten, geografischen Positionen, als Ticket oder als Hinweis für Ersthelfer.
Die Aufgabe, die ein Programm zum Lesen von QR-Codes übernimmt, kann mit etwas Interesse, Geduld und einem Bleistift tatsächlich von Hand und komplett ohne eine Anwendung erfolgen. Dazu gibt es hier ein Tutorial, in dem dieses Vorgehen Schritt für Schritt erläutert wird.
Das Lesen und Dekodieren eines QR-Codes dauert nur den Bruchteil einer Sekunde. Danach kommt es auf die gelesene Nutzlast an, was noch passiert. Wenn es eine Webadresse ist oder etwas, das eine Online-Verbindung erfordert, hängt das für Nutzende sichtbare Ergebnis davon ab, wie schnell die Verbindung ist. Einige interessante Informationen dazu in Englisch finden sich in diesem Blogpost.
Lassen Dir also nicht einreden, dass Du einen bestimmten “Typ” eines QR-Codes benötigst oder einen bestimmten Generator für QR-Codes. Es kommt einzig und allein auf das Format der Nutzlast an und die Anzahl und Implementierung der Formate, welche die Software in Ihrem Smartphone kennt.
Wenn Du weißt, wie die Syntax aussieht, kannst Du diese Nutzlast sogar “zu Fuß” mit einem Texteditor erzeugen. 😉 Natürlich sind die Formular der Generatoren bequemer, aber im Hintergrund entsteht immer nur Text.
Bei seltener verwendeten Formaten (z.B. Geo-Location) kann es durchaus vorkommen, dass sich verschiedene Implementierungen nicht verstehen. Dann ist die Methode Versuch und Irrtum angesagt oder Du nutzt ein Tool wie https://zxing.org/w/decode.jspx, mit dem Du eine übersichtliche Darstellung erhältst, was an Inhalt im QR-Code erkannt wurde:
Ja, wirklich! Es gibt keine speziellen “Typen” von QR-Codes. Ein QR-Code enthält als Nutzlast eine Zeichenkette. Je nach Version (Größe) und Fehlerkorrektur-Stufe kann ein QR-Code zwischen 35 Ziffern und 4296 alphanumerische Zeichen bzw. 2.956 Byte kodieren. Mehr Informationen
Der QR-Code ist immer nur eine kodierte Darstellung einer Kette von Bytes. Der oft verbreitete Irrglaube verschiedener “Typen” kommt daher, dass manche Generatoren für QR-Codes verschiedene Eingabemasken anbieten. Dies ist allerdings nur dem Komfort der Eingabe geschuldet, denn manche Informationen müssten exakt einer definierten Syntax entsprechen, um valide Codes zu ergeben. Im Hintergrund wird aber aus den Eingaben nur eine Zeichenkette erzeugt.
Was mit der Nutzlast eines QR-Codes passiert, definiert einzig und allein das lesende Softwaresystem (heute im Normalfall in fast allen Fällen das Smartphone).
Die Unterschiede im Verhalten werden durch eine Markierung zu Beginn der Nutzlast (einen Präfix) ausgelöst. Beginnt die Nutzlast eines QR-Codes beispielsweise mit der Zeichenfolge tel:, so soll laut Konvention ein Anruf an die dahinter angegebene Telefonnummer erfolgen. Beginnt die Zeichenkette dagegen mit einem http: oder https:, so wird dieser Weblink geöffnet.
Diese unterschiedliche Dinge passieren also, weil einfach unterschiedlicher Text in den QR-Codes enthalten ist. Hier eine Übersicht über die üblichen Präfixe für QR-Codes.
| Einsatz | Präfix | Beschreibung |
|---|---|---|
| URL | http: / https: | öffnet eine URL (normalerweise eine Web-Adresse) |
| Text | (kein) | der enthaltene Text wird gelesen |
| vCard | BEGIN:VCARD | eine digitale Visitenkarte |
| SMS | SMSTO: | löst den Versand einer SMS auf dem Smartphone aus |
| Call | tel: | löst einen Anruf auf dem Smartphone aus |
| Location | geo: | eine geografische Position |
| Event | BEGIN:VCALENDAR | ein Kalendereintrag für ein Ereignis |
| mailto: | eine Mail an eine Empfängeradresse | |
| WiFi | WIFI: | eine Anmeldung an einem Drahtlos-Netzwerk |
| EPC-QR | BCD | Kodierung von SEPA-Überweisungen |
Und all das unterscheidet die lesende Software? Ja, das tut sie, weil es für die Verwendungszwecke einfach ein bestimmtes Format gibt, dass die QR-Lesesoftware erkennt (bei iOS z.B. die Kamera-Software). Du kennst das sicher aus Deiner eigenen Erfahrung: wenn etwas mit http:// oder mit https:// beginnt, dann ist es eine Web-Adresse. Wenn Du irgendwo ein +49 in einem Kontaktfeld findest, ist das ziemlich sicher eine deutsche Telefonnummer und so weiter.
Diese oben angegebenen Verwendungszwecke beherrschen fast alle vorhandenen QR-Code Leseprogramme. Weitere Einsatzzwecke sind möglich, aber nicht standardisiert bzw. weit verbreitet. Dann kann es sein, dass der Scan fehlschlägt oder die Nutzlast nur in die Zwischenablage kopiert wird.
Nein, die gibt es nicht. Das ist einfach ein passender Weblink auf eine Multimedia-Datei. Im QR-Code steckt einfach eine URL drin und diese URL endet mit einer Audiodatei (z.B. eine .mp3-Datei). Im Endeffekt passiert also das Gleiche, als würdest Du im Browser die URL eingeben. Du kannst das auch ganz einfach testen: hier ist die URL zu einer Beispiel-Datei mit Audio:
Und hier ist der “Audio QR-Code” dazu:

Am wenigsten geheimnisvoll von allen, das steht einfach Text, z.B. Hallo, da draussen, ich bin die Nutzlast eines QR-Codes. Was die Scansoftware damit macht, hängt sehr vom Gerät bzw. dem Betriebssystem ab.
Alles, was als URL erkannt wird, also z.B. http:// oder https:// oder auch andere Protokolle wie ftp:// etc.
Für digitale Visitenkarten gibt es einen Standard: vCard. Mehr Info gibt es als Einstieg z.B. in der Wikipedia. Hier ein Beispiel, wie so ein Eintrag aussieht. Die Lesesoftware für QR-Codes erkennt am BEGIN:VCARD, dass es sich um eine Visitenkarte handelt.
BEGIN:VCARD
VERSION:2.1
FN:Franz Testhuber
N:Testhuber;Franz
TITLE:Professor
TEL;CELL:+1 555 1234 56
EMAIL;HOME;INTERNET:ich@du.da
URL:https://exmaple.com/zeug.html
ADR:;;Irgendwoweg;Berlin;;12345;Germany
END:VCARD
Die Nutzlast hat die Form: SMSTO:<nummer>:<text>, zum Beispiel SMSTO:4915112345678:Hurga
Die Nutzlast hat die Form tel:<nummer>, zum Beispiel: tel:+491713920022
Nebenbei: das ist keine echte Nummer. 😉 Es gibt Rufnummern für Medienproduktionen, sogenannte “Drama Numbers”, die problemlos in Medienproduktionen verwendet werden können. Die Liste liegt bei der Bundesnetzagentur.
Hier hat die Nutzlast die Form geo:<lat>,<long>,<alt>, also Breite, Länge, Höhe über Grund, z.B. geo:40.71872,-73.98905,100
Hier gibt es Unterschiede, manche Encoder erzeugen eine QR-Code mit dem Inhalt: geo:48,5,12,0,400, also Grad und Minuten mit Komma getrennt. Das sind dann die Fälle, wo manche QR-Code Reader eine Karte anzeigen und manche nicht. Eine Diskussion findet sich beispielsweise hier.
Wie für digitale Visitenkarten gibt es auch für Ereignisse einen Standard: VEVENT, mehr dazu in der Wikipedia. Ein (sehr einfacher) Beispieleintrag:
BEGIN:VEVENT
SUMMARY:Biergarten
DTSTART:20191015T220000Z
DTEND:20191015T110000Z
END:VEVENT
Hier muss der Empfänger, optional der Betreff und der Mailtext angegeben werden, die Nutzlast hat eine Form wie die folgende Beispiel-Mail:
MATMSG:TO:ich@du.da;SUB:Betreff;BODY:Hallo da draussen;;
Hier enthält die Nutzlast den Authentifizierungs-Typ, die SSID des Netzes und das Kennwort. Auch hier ein Beispiel-Eintrag: WIFI:T:WPA;S:mynetz;P:geheim;;
Dies ist ein vom European Payments Council definierter Datensatz, der alle Informationen für eine SEPA-Überweisung enthält. Im Alltag wird dieser Code auch als “Giro-Code” bezeichnet. Weitere Infos findest Du in der Wikipedia.
BCD
001
1
SCT
BFSWDE33BER
Wikimedia Foerdergesellschaft
DE33100205000001194700
EUR123.45
Verwendungszweck
opt. Nutzerhinweise
Wichtig: Für diese Art von QR-Code muss der Fehlerkorrektur-Level “M” (medium, 15%) gewählt werden, andere Einstellungen für die Fehlerkorrektur funktionieren nicht.
Diese Verwendung ist auch ein gutes Beispiel, warum manchmal die Verwendung einer Eingabemaske sinnvoller ist als die Zeichenkette über mehrere Zeilen “von Hand zu dengeln”. 😉 Wer so einen Generator sucht, der die eingegebenen Daten auch lokal im Browser lässt und keine Registrierung verlangt: https://girocodegenerator.com
Die einfachste Methode für die Erstellung eines QR-Codes ist es, im Browser einfach die Suchmaschine duckduckgo.com zu benutzen und dann in der Suchmaske einfach das Wort qrcode vor eine URL zu schreiben.
Einige Browser (z.B. Microsoft Edge) bieten die Erzeugung für einen QR-Code der angezeigten Seite, für fast alle anderen Browser existieren Erweiterungen, die das leisten.
Online-Generatoren
Der meistverwendete Weg ist in der Regel die Nutzung eines web-basierten Generators für QR-Codes. Hier gibt es eine große Anzahl mehr oder weniger guter Angebote. Im Idealfall sind diese Generatoren kostenlos, verlangen keine Registrierung für die grundlegenden Funktionen und bieten den Download der QR-Codes in einem vektorbasierten Format (oder zumindest verlustlos als .png-Datei) an. Als Komfortfunktionen lassen sich Farben, Logos etc. einstellen. Hier eine kleine Liste der nach Meinung des Autors brauchbaren Lösungen um Web (Stand 2024).
Es gibt Tools zum Erstellen von QR-Codes natürlich auch für die Kommandozeile.
Ein Beispiel dafür ist qrencode von Kentaro Fukuchi, das für viele Betriebssystem über den integrierten Paket-Manager verfügbar ist. Alternativen dazu gibt es viele wie qrcode (auf https://github.com/skip2/go-qrcode)
oder qrcode.js (auf https://davidshimjs.github.io/qrcodejs/) für die verschiedensten Programmiersprachen. Eine weitere Möglichkeit für Microsoft Windows ist der portable QR-Generator von Stefan Ganzer.
Als Beispiel, wie einfach die Erzeugung ist, hier die Nutzung von qrencode.
qrencode --output=/tmp/img.png --type=PNG --size=15 "https://bildung.social/@Linkshaender"
Im Gegensatz zu webbasierten oder GUI-Implementierungen eignen sich diese Werkzeuge sehr gut für die Automatisierung. Hundert QR-Codes in einigen Sekunden aus einer Datei erzeugen ist kein Problem. Ebenso die Integration in einen eigenen Workflow oder der Aufruf aus anderen Programmen heraus. Der etwas höhere Aufwand für die Einarbeitung wird durch den enormen Gewinn an Produktivität und Flexibilität mehr als aufgewogen.
Das folgende Beispiel zeigt, wie einfach sich mit der Anwendung “Pythonista” für iOS in wenigen Zeilen QR-Codes per Python-Script erzeugen lassen. Damit eigenen sich solche Ansätze auch für den Informatik-Unterricht.
import qrcode
qr = qrcode.QRCode(
version=None,
error_correction=qrcode.constants.ERROR_CORRECT_Q,
box_size=15,
border=4
)
qr.add_data('https://www.arminhanisch.de')
img = qr.make_image(fill_color="black", back_color="white").convert('RGB')
img.show()
Damit lassen sich dann auch automatisiert größere Mengen an Codes erstellen. Viele dieser Services sind kostenlos, allerdings nicht beliebig belastbar, d.h. Aufrufe können jederzeit fehlschlagen, wenn Sie das Angebot exzessiv nutzen.
Laut der Dokumentation von goqr.me beispielsweise sollten Tausend Aufrufe pro Tag aber jederzeit problemlos möglich sein (wenn Du wirklich mehr als 1000 QR-Codes pro Tag benötigst, solltest Du für so einen Service auch ein paar Euros übrig haben). Hier ein Beispiel, wie sich per Script QR-Codes erzeugen lassen:
curl -o /tmp/img2.png "https://api.qrserver.com/v1/create-qr-code/?size=150x150&data=Example"
Hier der Link zur API-Doku.
Warum das sinnvoll ist? Weil sich dadurch mit etwas Kreativität massenhaft QR-Codes erzeugen lassen, wenn eine Anwendung benutzt wird, die Bilder über einen Hyperlink laden kann. Wie zum Beispiel mit einer Tabellenkalkulation.
QR-Codes sind praktisch, keine Frage. Manchmal allerdings wäre es gut, wenn sich ein QR-Code erzeugen ließe, der sich je nach Aufruf anders verhält und nicht immer nur die gleiche URL aufruft. Das ist möglich, obwohl es eigentlich keine “dynamischen” QR-Codes gibt. In diesem Fall ist die Nutzlast des QR-Codes immer eine URL. Auf dem Webserver wird dann aufgrund eines Regelwerks diese URL zu der gewünschten Zielressource weitergeleitet.
Das Prinzip ist dabei unabhängig von der jeweiligen Implementierung immer dasselbe. Übliche Methoden, dies zu erreichen sind beispielsweise
Vorteil: es wird kein neuer QR-Code benötigt
Nachteil: funktioniert nicht ohne Internet-Verbindung
Manche lassen sich durch geschickte Vertriebsarbeit dazu verleiten, solche QR-Codes zu kaufen oder zu mieten, ohne zu prüfen, ob ein normaler, statischer Code nicht ausgereicht hätte oder die gewünschte Funktion mit hauseigenen Mitteln zu erreichen wäre. Ein kleines Beispiel, wie sowas einfach zu erreichen ist, ist hier zu finden.
Es gibt einige Dinge, die beim Einsatz von QR-Codes vermieden werden sollten. Falls Du also für eine Veranstaltung oder Arbeitszwecke planst, QR-Codes einzusetzen, dann lies Dir diese folgenden Punkte durch.
Verlinke nicht auf Startseiten oder allgemeine Seiten. Wenn Du für Deine Gemeinde ein Fest planst, dann packe nicht den Link auf die Homepage der Gemeinde in den Code, sondern verlinke auf die spezifische Seite der Veranstaltung. Und noch ein Tipp: wenn die Veranstaltung vorbei ist, richte für diese Seite eine Weiterleitung ein, wenn es sich um eine einmalige Veranstaltung handelt. Die kann dann immer noch auf die Homepage zurückleiten. So hast Du aber einfach die Möglichkeit, den Traffic zu erkennen, der von den QR-Codes kommt.
Verlinke nicht auf Seiten, die nicht “mobile first” gebaut sind. Niemand, der vor seinem Notebook sitzt, scannt draußen einen QR-Code. Das passiert mit Mobilgeräten. Alles, was ohnehin digital passiert, muss ein ganz normaler Hyperlink sein.
Platziere QR-Codes nicht an Orten mit schlechtem Mobilfunk-Empfang, denn die meisten funktionieren nur mit einer Online-Verbindung. Bring keine Codes in Kellern oder abgelegenen Gegenden an, von denen Du weißt, dass der Mobilfunkempfang dort schlecht ist.
Achte auf die angemessene Größe des QR-Codes. Als Faustregel gilt “Ein Dutzend zu Eins” für die Größe. Wenn der Betrachtungsabstand etwas 60 cm ist, sollte der QR-Code nicht kleiner als etwa 5 cm sein. Es gibt kaum einen größeren faux-pas, als auf einem großen Plakat oder einer Werbetafel einen Mini-Code mit 2x2 cm abzudrucken.
Wie bei den Immobilien gilt auch für QR-Codes: Lage, Lage, Lage! Bringe Codes möglichst auf Augenhöhe an, damit sie auffallen. Sorge für hohen Kontrast und dafür, dass sich der Code vom restlichen Untergrund abhebt.
Halte die Nutzlast kurz. Je weniger Inhalt ein Code transportieren muss, umso kleiner kann die Version des QR-Codes werden und umso einfacher ist er zu scannen.
Testen, testen, testen! Probiere den QR-Code mit mehr als einem Smartphone aus (verschiedene Betriebssysteme!). Teste verschiedene Lichtverhältnisse und Beschädigungen des QR-Codes.
Ist die Information statisch oder kann sie statisch sein? Ein Beispiel: Kontaktdaten können sich ändern. Also besser nicht eine vcf-Datei in einen QR-Code packen und sich dann später über veraltete Daten ärgern. Die Kontaktinformationen oder die vc-Datei auf Deinem Server ablegen und im QR-Code nur einen sprechenden Link darauf speichern. Voile, schon ist die Aktualisierung ganz einfach und alle QR-Codes “draußen” liefen weiter den gewünschten Inhalt.
QR-Codes sind für die analoge Welt! Verwende keine QR-Codes in digitalen Medien. Was soll jemand mit einem QR-Code, der auf dem Smartphone angezeigt wird? Ein zweites Smartphone nehmen und den Bildschirm scannen? 🤪 Sowas ist Quatsch. Hier ist ein Link die richtige Lösung. Beides kombiniert (z.B. Link unter QR-Code) geht auch, dann muss der Link aber auch ein echter Link und klickbar sein.
Immer auch einen Link (idealerweise einen Kurz-Link) angeben. Auch wenn ein QR-Code offline genutzt wird, ist ein guter Kurz-Link manchmal einfacher. Auf einem Plakat schadet ein kurzer Link unter dem QR-Code nicht. Nutze einen Kurzlink-Dienst oder baue Dir Deinen eigenen Kurzlink-Dienst, dann bist Du autark.
Accessibility beachten! Ein QR-Code zu einer Audio-Version für Sehbehinderte ist Quark 😝 Besser: weitere Details hinter den Code, Multimedia-Assets, andere Sprachen.
Beispiele für QR-Codes in der Kulturvermittlung bietet http://culture-to-go.com/mediathek/qr-codes-in-der-kulturvermittlung/
Scanne nicht einfach irgendwelche QR-Codes und öffne direkt den Link. Es gibt Sicherheitslücken, bei denen der Besucht einer Website bereits ausreicht. Bist Du Dir nicht sicher, ob es sich um eine vertrauenswürdige Adresse handelt, dann sieh Dir den Inhalt des gescannten Codes zuerst an. Sowohl Android als auch iOS haben dafür eine Funktion in der Kamera-Software.
Achte auf überklebte oder manipulierte QR-Codes auf Aufkleber, Stromtankstellen, Automaten oder anderen Orten. Auch hier gilt: scanne keinen Code von einem Aufkleber, der den Eindruck macht, als wäre er über einen bestehenden Code geklebt worden. Es gab bereits mehrere Angriffe mit dieser Methode.
Sieh Dir nach dem Öffnen eines Links oder einen Anruf über einen QR-Code immer da Ziel an. Stimmt die Adresse? Ist der Domain-Namen der Richtige? Ist die Nummer im richtigen Land und die richtige Nummer?
Denke immer daran: der Code ist nur eine Zeichenkette. Was damit gemacht wird, entscheidet die Software, die den Code verarbeitet. Aber die Zeichenkette selbst kann durchaus schädliche Inhalte haben.
Der Begriff “QR-Code” ist ein eingetragenes Warenzeichen der Firma DENSO WAVE Inc. in mehreren Ländern.
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