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Zollkiesel statt Meilensteine
Digitaler Zettelkasten eines chronisch Neugierigen

Nochmal Faltheftchen, Teil 2
15.02.2026
Anzahl Worte: 639

Ich bekam zu meinem Blogpost am Wochenende einen interessanten Kommentar:

Es gibt einen — etwas aufwändigeren — Trick, mit welchem du auf 16 Seiten kommst, wobei du auch die Rückseite nutzt. Auch hier ist kein weiteres Material als das ursprüngliche Papier nötig, nur das Reißen/Falten ist etwas komplexer.
[…ScriptCode dazwischen entfernt…]
Ich habe den Trick durch obsessives Suchen auf YouTube vor etwa einem Jahrzehnt gelernt. Das originale Video ist längst verschwunden oder unauffindbar, auch die Suche mit dem lieben Bot findet nichts.

Lieber unbekannte kommentierende Person, herzlichen Dank! Mit sowas hast Du sofort meine Aufmerksamkeit! Sozusagen eine papiertechnische Art von “Nerd Sniping”. 😆

Das LATEX-Script ist weiter unten aufgelistet und verlinkt. Für diesen Ansatz müssen wir keine der Seiten drehen, das macht es einfacher. Dafür ändert sich die Reihenfolge der Seiten. Auf der Vorderseite der Druckdatei müssen die Seiten 10,3,12,1 in der oberen Zeile und die Seiten 6,15,8,13 auf der unteren Zeile stehen. Auf der Rückseite folgen dann die Seiten 2,11,4,9 in der oberen und die Seiten 14,7,16,5 in der unteren Zeile.

Der Druck dreht an der kurzen Seite, so dass auf der Rückseite der Seite 1 die Seite 2 liegt und auf der Rückseite der Seite 6 die Seite 5.

Da keine Drehung der Seiten notwendig ist, lässt sich so eine doppelseitig bedrcukte Seite auch mit vielen anderen Programmen erreichen, Du musst nur darauf achten, dass die Seiten in der richtigen Reihenfolge erscheinen.

Die Faltanleitung

Ich habe Samstag Nacht damit verbracht, ein paar Seiten vollzukritzeln, zu falten, zu schneiden und zu rätseln, was unser Kommentierer mit der Formulierung “nur das Reißen/Falten ist etwas komplexer” wohl meinte. 😉 Und irgendwann hat es dann “Klick!” gemacht. 👍🏽🤗

Ausgangspunkt ist unsere doppelseitig bedruckte Seite.

Vorder- und Rückseite

Nach dem Ausdrucken wird die Seite geviertelt, so dass Du vier Teile mit jeweils zwei Seiten auf Vorder- und Rückseite hast. Diese werden nun zu zwei Packs mit jeweils zwei kleinen Blättern gestapelt:

Die Seitenpacks

Jetzt kommt der Part, der mich etwas Grübelei gekostet hat (ich hatte vorher noch eine andere Methode gefunden, die aber nicht so stabil ist) und wirklich eine echt coole Idee ist.

Nachdem die beiden kleinen Seiten sauber aufeinander gelegt wurden, wird jeweils die rot markierte Linie mit einem Messer oder einer scharfen Schere aufgeschnitten. Links die Hälfte der Länge in der Mitte und rechts jeweils oben und unten ein Viertel der Seitenhöhe.

Die Schnittlinien

Damit wir die Seiten da durch bekommen, muss der Pack mit dem Einschnitt oben und unten jeweils nach innen gefaltet werden:

Die Faltung

Dieser Pack wird jetzt durch den Mittelschlitz des anderen Packs durchgeschoben:

Durchschieben

Anschließend noch umblättern bis zum Ende des ersten Packs und die gefalteten Seiten wieder auffalten und alles schön glattstreichen:

Wieder auffalten

Eccolo! Ein wunderbares Faltheftchen ohne Klammern, das sauber zusammenhält und auch die Rückseite nutzt. 16 Seiten Platz für coole Pocketmod-Inhalte!

Vielen Dank für den Kommentar nochmal und ich werde jetzt in den nächsten Wochen ein paar kleine Heftchen produzieren. 😎

 

Die Scripts

Ein LaTeX-Script für 16 Seiten

Ich habe das Script auch als datei hier verlinkt, damit kannst Du es direkt runterladen. Das Script ist sogar noch einfacher, da wir für diese Version mit 16 Seiten keine der Seiten im Ausgangs-PDF drehen müssen.

% LaTeX Script for a pocketmod with 16 pages

\documentclass{scrartcl}
\usepackage{pdfpages}
\usepackage[a4paper, landscape, margin=0pt]{geometry}
\parindent=0pt
\lineskip=0pt

\begin{document}

\includepdf[pages={10,3,12,1,6,15,8,13}, % order
            nup=4x2]{\thefilename}

\includepdf[pages={2,11,4,9,14,7,16,5}, % order
            nup=4x2]{\thefilename}

\end{document}

Ein Script mit pdfjam

Das Script im inspirierenden Kommentar nutzte pdfjam. Das ist ein anderes Tool für die Kommandozeile, das hier zu finden ist. Wenn Du also experimentierfreudig bist, kannst Du auch damit arbeiten. Hier das Script dazu:

#!/bin/bash

if [ $# != 2 ]; then
   echo Usage: sh $0 input.pdf output.pdf
   exit 2
fi

out1=$(mktemp).pdf
out2=$(mktemp).pdf

pdfjam "$1" 10,3,12,1,6,15,8,13 --outfile $out1 --landscape --nup 4x2 & p1=$!
pdfjam "$1" 2,11,4,9,14,7,16,5  --outfile $out2 --landscape --nup 4x2 & p2=$!
wait $p1 $p2
pdfjam --landscape --outfile "$2" $out1 $out2 || exit 4
rm $out1 $out2

Lizenz für diesen Post CC-BY-SA 4.0


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