Eine andere Weihnachtsbotschaft

Die letzten Woche konnte sich kaum jemand vor all den weihnachtlichen Botschaften retten. Und jetzt komme ich auch noch mit einer ums Eck – also wirklich, nein Danke! 🎄🎅🎄

Doch. Ich habe allerdings eine unkonventionelle. Noch dazu «wiederverwendbar» und bereits mehrere Jahrzehnte alt, aber hochaktuell. Zur Abwechslung eine mit einer Lesung aus dem Alten Testament und mit einem wirklich entsprechend großem Abstand zum Tagesgeschäft. Mit einem Bezug zu meiner Tochter. Na? Neugierig geworden? 😏

Vor 50 Jahren haben sich drei mutige Männer weiter gewagt als je ein Mensch zuvor. Die Besatzung von Apollo 8 startete am 21. Dezember 1968, um als erstes bemanntes Raumschiff den Mond zu umrunden. Frank Bormann, William Anders und James Lovell waren die ersten, die einen Blick «von weit draußen» auf die Erde werfen konnten. Dass dieser Flug ein Risiko war, zeigen Vorfälle wie dieser hier. Das Bild vom Erdaufang unten ist eine Ikone der Fotografie und für mich eines der wichtigsten Bilder, die ich kenne.

Erdaufgang

Dort in der Schwärze des Alls, aus der kleinen Apollokapsel sandte die Crew am Weihnachtsabend eine Botschaft zur Erde. Vor dem Start zerbrach sich Missionskommandant Frank Bormann den Kopf. «Du wirst das größte Publikum haben, das Weihnachten jemals einem Menschen im Fernsehen zugehört hat. Mach etwas Angemessenes.» war die Vorgabe der NASA. Ja sicher, etwas Angemessenes. Der Vorschlag eines Freundes fand die Zustimmung des Teams: die Lesung aus der Schöpfungsgeschichte, der Anfang der Genesis, verbunden mit Weihnachtsgrüßen an die Menschheit.

Genesis-Lesung

Auf die Briefmarke oder hier klicken.

Diese Botschaft und die Ehrfurcht, welche die meisten Menschen spüren, die das Bild oben sehen, sind meiner Meinung nach eine durchaus passende Botschaft zu Weihnachten. Ganz gleich, wie religiös oder nicht sich jeder fühlt, die Bedeutung dieses Bildes sollte jedem klar sein. Wir haben nur diese eine Erde und es liegt auch in unserer Hand, wie lange noch an einem 24. Dezember Kinder zu Welt kommen können.

«Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen», das ist nicht nur die Botschaft in einem kleinen Ort im Nahen Osten vor langer Zeit, sondern eine Maxime, zu der es kaum eine Alternative geben wird. Als Vater eines Kindes hoffe ich sehr, dass die Menschheit lernfähig ist. Ob Sie als Leserin oder Leser nun Weihnachten feiern oder nicht, wir sitzen alle auf dieser kleinen, verletzlichen blauen Kugel und wir sollten uns besser vertragen. Egal, wo ich in der Umgebung von Bethlehem schon sein durfte, in Israel, den palästinensischen Autonomiegebieten oder Jordanien; alle Eltern, die ich getroffen habe, wollten ihre Kinder in Frieden und Sicherheit aufwachsen sehen. So viel hat sich seit dieser einen Nacht in der Krippe, die wir feiern, nicht verändert. Schenkt Euren Kindern Eure Zeit und nicht Euer Geld. In hundert Jahren interessiert keinen Menschen mehr, wie viel Geld Sie auf der Bank hatten, aber die Welt und die Menschheit könnte eine andere sein, weil jemand im Leben eines Kindes wichtig war …

James Lovell, der nach diesem Flug als Kommandant von Apollo 13 nochmals einige «unvergessliche» Momente im All erlebt hat, hat einmal gesagt:

Die Menschen auf der Erde begreifen nicht, was sie besitzen.
Vielleicht, weil nicht viele von ihnen die Gelegenheit haben,
sie zu verlassen und dann zurückzukehren

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern, die Weihnachten feiern, eine besinnliche Weihnachtszeit, allen Eltern Friede und Gesundheit für sie und ihre Kinder und allen anderen ein friedliches neues Jahr 2019, sofern sie den gregorianische Kalender benutzen.
Dem ganzen Rest der Menschheit Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!

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